Nominierung für den Wirtschaftsnobelpreis so gut wie fix.

Nein, es geht diesmal nicht um einen Liveauftritt von Michael Jackson. Diesmal ist es ernst.

Zum allerersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist jemand auf die Idee gekommen, den Sparstift bei den Strukturen anzusetzen. In einer eilends einberufenen Pressekonferenz wurde das Novum verkündet. Die Stadt will die Strukturen schlanker, effizienter und sparsamer gestalten.

Für diese epochale Ankündigung ist Brauner im heimischen Blätterwald als Leuchtfeuer der Innovation gefeiert worden und aus verlässlicher Quelle wurde bekannt, dass ihre Nominierung für den Nobelpreis so gut wie fix ist.

Vor versammelten Journalisten führt Brauner aus:

„Gestern war ich beim Friseur und als er mich gegen den Strich gebürstet hat, da ist mir ein Licht aufgegangen. Was mein Friseur kann, kann mein Magistrat schon lange. Also alles wird gegen den Strich gebürstet und es darf keine Denkverbote geben. Außer vielleicht bei Wasser, Öffis, politischen Gremien, mehr als 1000 BezirksrätInnen, 100 GemeinderätInnen, Inseratenkampagnen, Frankenspekulationen und die Ausnahmen, die ich noch nicht definiert habe. Weitere Denkverbote sind verboten!“

Auf die praktische Umsetzung angesprochen, verwies unsere Nobelpreisanwärterin auf den ebenfalls anwesenden Magistratsdirektor Hechtner. Dieser wartete erst gar nicht auf die Fragen der Journalisten und legte gleich los:

„In meiner langjährigen Erfahrung hat sich gezeigt, dass Strukturveränderungsprozesse am besten mit dem Einführen neuer Strukturen beginnen. Aus diesem Anlass haben wir den Wiener Strukturreform- und Ausgaben-Lenkungsausschuss (WiStA) ins Leben gerufen. Als zweiten Schritt plane ich die Einführung eines ständigen Unterausschusses, der die vielen Anregungen und Aufgaben des WiStA ausführt. Dafür habe ich schon ein eingängiges Wording festgelegt. Es handelt sich dabei um den „DFdRvKaLSPdaADvKfd“ – Ausschuss – eine Kurzform für Die Freunde der Rebellen vom Kloster am Liang Shan Po, die alle Aufgaben mittels Durchbürsten und kritischer Fragen durchforsten.“

Von so viel Unternehmergeist und sprühender Start-up-Mentality angesteckt, wurden unangenehme Fragen erst gar nicht zugelassen. Für die respektlose Äußerung, wie ein Duo, welches seit Jahrzehnten für genau diese Strukturen verantwortlich ist, nun eben diese kritisch hinterfragen soll, gab es ein sektorales Rede- und Denkverbot. Brauner konnte es in ihrer enthusiasmierten Grundstimmung dann allerdings doch nicht einfach so im Raum stehen lassen und ergriff das Wort und sprach:

„Ich bin jetzt seit 1996 amtsführende Stadträtin für was auch immer grad. Ich habe es mir nicht leicht gemacht und mir die Sache gründlich angeschaut. Schwamm drüber. So, ab jetzt werden wir’s angehen. Das bin ich meinen Wählerinnen und Wählern schuldig.“

Für viel Spannung in den nächsten Wochen und Monaten ist gesorgt und wir werden Sie über weitere aktuelle Entwicklungen informieren.

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