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Laut Statuten des ÖGB ist die Gewerkschaft „…auch eine Kampforganisation für die Rechte der unselbständig Erwerbstätigen“  (Punkt 7 im Leitbild des ÖGB) und „kämpft unentwegt für die Hebung des Lebensstandards der ArbeitnehmerInnen“  (§ 3 Abs.1 ÖGB Statut).

Gut so, denn freiwillig hätten die ArbeitgeberInnen in der Zeit seit 1945 kaum die wöchentliche Arbeitszeit gesenkt, die Urlaubsansprüche angehoben, bezahlte Karenz mitfinanziert, Pflegefreistellung ermöglicht und so weiter. Diese Erfolge wurden zu einem nicht unerheblichen Teil von SozialistInnen und SozialdemokratInnen erkämpft und dafür zollen wir ihnen Respekt und Anerkennung.

Leider sind uns in den letzten Jahren immer mehr GewerkschafterInnen untergekommen, die ein allzu großes Verständnis für die Dienstgeberin aufbringen und sich quasi als verlängerter Arm derer verstehen. Am selben Tisch wie die mächtigen ArbeitgeberInnen sitzend und froh darüber vom selben Tellerchen essen zu dürfen, vergessen sie in ihrer servilen Grundhaltung, dass auch Forderungen aufgestellt werden dürfen.

Wahlplakatamnesie?

In einer exemplarischen Ideenarmut findet der Ausbau der ArbeitnehmerInnenrechte gar nicht mehr statt, sondern die Konzentration liegt auf den Punkten, die man verhindert hat. Ein besonderes Bonmot ist folgendes Plakat der Hauptgruppe 1 – FSG:

Keine Nulllohnrunde! Dafür sollen wir uns bedanken? Die heurigen Lohnabschlüsse lagen grosso modo zwischen 2,5 und 3%.  Mit einer Nulllohnrunde hätten die Stadt Wien Bediensteten gerne zum Abbau der Schulden für Frankenkredite und dem KH-Nord Desaster beigetragen.

Keine Personaleinsparungen! Wien wächst, die KollegInnenschaft nicht. Mehr WienerInnen, mehr Arbeit für die Stadtverwaltung – so einfach ist das. Übrigens: Wer hat der Streichung von 450 Dienstposten bis 2022 zugestimmt? Die FSG hat das zur Finanzierung der Besoldungsreform mitbeschlossen. Es handelt sich hier wohl um einen mittelschweren Fall von Wahlplakatamnesie.

Keine Ausgliederungen! Nehmt Euch irgendein Lexikon zur Hand und schaut Euch die Definition an. Die Stadt gliedert seit Jahren aus und wird das auch weiter tun.

Abhilfe!

Bei den anstehenden Personalvertretungs- und Gewerkschaftswahlen vom 14. bis 17. Mai 2019 könnt Ihr mit Eurer Stimme nicht nur Danke sagen für alles Erreichte, sondern auch die zukünftige Richtung der ArbeitnehmerInnenvertretung mitbestimmen.

Damit das FSG –Wahlplakat 2024 nicht so ausschaut:

Euer Distel-Team

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