Gerade die problematischen innenpolitischen Vorkommnisse der letzten Zeit in punkto Asylrecht und Diskriminierung zeigen, wie wichtig Integrationspolitik ist.

Anstatt Probleme anzusprechen, wird dieses Thema aber undifferenziertem Fremdenhass und einer fast schon menschenfeindlichen Kälte auf Seiten verantwortlicher PolitikerInnen überlassen. Es gäbe aber so viele positive Argumente für unsere KollegInnen aus dem Ausland.

Es bleibt zum Beispiel völlig unerwähnt, dass unser Gesundheitssystem nur durch ausländische KollegInnen und deren Engagement aufrecht zu erhalten ist. Außerdem zahlen sie ebenso in Kranken- und Pensionskassen ein und sichern damit ein Stück unseres Sozialsystems.

Natürlich müssen die Probleme im Zusammenleben und Zusammenarbeiten gesehen werden. Ängste müssen ernst genommen und thematisiert werden. Daher muss Wien eine offensive Integrationspolitik betreiben, die die vorhandenen Probleme anspricht und nicht verdrängt. Auch eine andere Wohnungs­politik ist nötig, die „AusländerInnen-Ghettos“ verhindert, um gewaltsamen Auseinandersetzungen, wie in den Vororten von Paris vorzubeugen.

Vermehrter Einsatz von IntegrationsarbeiterInnen und Förderungsmaßnahmen wären ebenso notwendig, wie das gemeinsame Entwickeln eines Verständnisses und gegenseitiger Achtung füreinander, trotz unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Kultur oder Religion.

In den Schulen und Kindergärten wäre es wichtig, vermehrt FörderlehrerInnen und PädagogInnen einzusetzen, die einerseits Sprachförderung anbieten, als auch früh ein Bewusstsein von Verständnis und Toleranz füreinander bei Kindern zu schaffen. Am Arbeitsplatz darf es zu keinen sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligungen kommen. Und wenn es Probleme gibt, sollen diese mit Hilfe von Integrations­arbeiterInnen, MediatorInnen und SupervisorInnen bearbeitet werden.

Der Grundsatz muss immer lauten: Integration statt Ausgrenzung.

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