„Keine Gefahren sind für die Menschheit größer als diejenigen der Erwärmung unseres Planeten. Es gilt, keine Zeit zu verlieren.“

Wer sprach’s?

Kein Geringerer als UNI-Generalsekretär Philip Jennings. „UNI“ ist die „Welt­gewerk­schaft“ von zwanzig Millionen Beschäftigten im Dienstleistungssektor, deren österreichischen Mitglieder die Gewerkschaften GdG-KMSfB, GPA-djp, vida und GPF sind.

Für Jennings läuft die globale Erwärmung auf einen „Klassenkampf“ hinaus:

While billionaires prepare safe havens for themselves and their money, workers will bear the cost of climate change
(Während Milliardäre für sich und ihr Geld sichere Zufluchtsorte vorbereiten, müssen die Arbeitnehmer die Kosten des Klimawandels tragen),

zitiert ihn der Guardian-Journalist Alex White in seinem Blog-Beitrag, in welchem er der Frage nachgeht, welche Priorität Gewerkschaften als Organisationen, die sich der Verbesserung der Arbeits- und Lebens­bedingungen ihrer Mitglieder verschrieben haben, dem Klimawandel beimessen sollten.

Gerechte Wende

Laut Alex White für Sharan Burrow, Präsidentin des „Internationalen Gewerkschaftsbundes“ IGB (International Trade Union Confederation ITUC – übrigens: in Wien gegründet …), eine klar zu beantwortende Frage: Wir müssen die Gewerkschaftsmitglieder mobilisieren und eine gerechte Wende einleiten. Unser Motto ist: „no jobs on a dead planet“.

Die Rolle der Gewerkschaften weltweit ist die Stärkung der abhängig Beschäftigten, um eine ehrgeizige weltweite Vereinbarung zu erreichen. Es gibt keinen Planeten B. Und Jennings präzise: Die weltweiten Emissionen müssen um fünfzig Prozent reduziert und mehr als die Hälfte der fossilen Rohstoffreserven im Boden gelassen werden (…) wir müssen 2050 Null-Emissions-Gesellschaften erreicht haben, damit wir eine Chance haben, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken.

Beide sind sich einig:

The just transition must start now
(Der gerechte Übergang muss sofort beginnen)

und betonen, dass der Klimawandel „die größte industrielle Veränderung unserer Generation“ bedeuten würde.

Eine der größten Klimabedrohungen

für die hundertsiebzig Millionen ITUC-Mitglieder sei der Verlust ihres Lebensraumes. Tausende Landarbei­ter­Innen in Afrika seien durch Dürre und andere Naturkatastrophen bereits entwurzelt. Das Voranschreiten der Wüste in Afrika würde nicht nur Industrien zerstören, sondern ganze Gesellschaften auslöschen.

„The last IPCC reports were shocking“, sagt Burrow. IGB-Forschungen würden darauf hindeuten, dass sogar kleine Investitionen in erneuerbare Energien und damit verbundene Industrien Millionen neuer Jobs bringen würden. Bestehende Industrien, wie Stahl, Beton und Aluminium, ­­würden gleichzeitig durch klimaschonende Umrüstung gesichert werden.

Wir können den gerechten Wandel erreichen, wenn wir den Ängsten offen begegnen,

so Burrow. Oh, wie sehr wir uns wünschen, dass auch die österreichischen Gewerkschaften zu dieser Erkenntnis kommen – und dieser auch Taten ­folgen lassen!

Quelle: Die Alternative

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