Oder: Was könnte man Sinnvolles für 6 Euro pro Monat machen?

Den Medien war im März zu entnehmen, dass die SPÖ nunmehr gratis Probemitgliedschaften für ein Jahr anbietet:

Um jene, die mit der SPÖ bisher nichts am Hut hatten, an Bord zu holen, bietet die SPÖ eine Testmitgliedschaft auf Zeit an. Das erste Jahr in der SPÖ ist gratis. (Kleine Zeitung)

Danach ist man mit 6 Euro im Monat in einem Verein dabei, der in den letzten 30 Jahren 75 % seiner Mitglieder vergrault hat. Da uns die Mitgliedschaft in einer Partei, die ihre in Parteiprogramme gegossenen Grundsätze selbst nicht ernst nimmt, nicht erstrebenswert erscheint, haben wir uns überlegt, was man denn stattdessen Sinnvolles mit 6 Euro im Monat anstellen könnte:

  • 2 Mal Hochschaubahnfahren im Prater à 3 Euro
  • Eine Großpackung Valium für die Rezeptgebühr von € 5,85
  • 1 kg Faschiertes beim Hofer einkaufen und das Restgeld dem Augustinverkäufer schenken
  • 10 Durex-Kondome beim dm erstehen
  • 1 Packerl Zigaretten und einen Cheeseburger kaufen
  • Verein Ferkelfroh Patenschaft 6 Euro monatlich
  • WWF Patenschaft für einen Tiger 7 Euro pro Monat (knapp über dem Budget)
  • Einen Monat lang die Sonntagskrone endlich mal wirklich bezahlen
  • Zwei Rubbellose „Schatztruhe“ erstehen
  • Eiernockerl mit Zwiebel und Blattsalat am KSV-Platz für € 5,90

Im Jahr 1991 wurden aus Sozialisten Sozialdemokraten, doch mit den Grundsätzen hielten sie es davor schon nicht mehr so genau. Stand auf dem Parteiprogramm der Sozialisten noch das „Beseitigen aller Klassengegensätze“, hatte ihr Kanzler Vranitzky schon mehrmals Abfertigungen in Millionenhöhe eingestreift (Länderbank, Steyr). Den Widerspruch von Kapital und Arbeit hat er locker wegmoderiert. Auch ganz ohne Genierer und ohne Belegpflicht hatte er dann für eine Million ein paar Telefonberatungen dem Herrn Flöttl jun. angedeihen lassen. Und heute freut er (Vranitzky) sich über eine monatlichen Pension von € 26.000,- brutto.

Zeitsprung zum 12. Mai 2016.

Kern wird Bundeskanzler und Parteivorsitzender der SPÖ. Da sieht man, wie sich eine Parteimitgliedschaft auszahlt. Als unbedeutender Sohn eines Elektroinstallateurs und Absolvent eines Publizistikstudiums hätte er es ohne Parteibuch wahrscheinlich zum Flüchtlingsberater bei der Caritas für € 1500,- brutto gebracht. So ist er jetzt Regierungschef.
Gemeinsam mit Zeiler hat er mehr als ein Jahr am Sessel Faymanns gesägt und das altbekannte Motto „Feind, Todfeind, Parteifreund“ auf‘s Neue bestätigt. Mittlerweile vertritt Kern in Flüchtlingsfragen Positionen, für die man vor 10 Jahren Jörg Haider medial gesteinigt hätte. Und in einem Interview besticht er dann noch mit folgendem Satz: „Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo du halt Leute auch enttäuschen musst“.

Dann doch lieber Tschick und Cheeseburger: Eine Mitgliedschaft in so einer Partei will man nicht einmal geschenkt.

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