Wir haben in den letzten Monaten mit fast 3000 KollegInnen aus dem Magistrat und dem Krankenanstaltenverbund gesprochen. Das haben uns sechs von euch erzählt:

Das Lachen der Kinder und die Entwicklungen und Fortschritte, die sie bei uns machen, sind nach wie vor toll zu beobachten. Wir dürfen die Kinder begleiten und mit ihnen den oftmals nicht leichten Alltag durchleben. Manchmal kommen diese Kinder als junge Erwachsene zu uns auf Besuch und plaudern über die tolle Zeit im Kindergarten und bedanken sich, dass sie bei uns lernen, lachen und einfach sie selbst sein durften. (Quelle: MA 10/Wiener Kindergärten/ PädagogIn und AssistentIn)

 

Ich brenne auch nach über 30 Jahren für meinen Beruf als Kindergartenpädagogin. Ich habe gleich nach der Schule meinen Dienst bei der MA 10 angetreten und war bis auf 2 Jahre Karenz immer da. Ich habe viele Ideen der Dienstgeberin erlebt, habe viele pädagogische Strömungen kennengelernt, doch was sich jetzt von Montag bis Freitag in unseren Häusern tut, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Unzureichendes Personal, fordernde Eltern und Kinder, die mehr brauchen, als das, was wir leisten können. Den Tag gut rüberbringen und dann nichts mehr sehen und hören. Ist das unsere Zukunft? (Quelle: MA 10/Wiener Kindergärten/PädagoInnen)

 

Mitansehen, wie immer mehr aus meinen Team zusammenbrechen/wegbrechen und krankwerden. Das ist unzumutbar. Irgendwie bleiben alle auf der Strecke. Die PatientInnen genauso wie das Personal. Verdammt nochmal! Interessiert es wirklich niemand, wie es mit dem KAV weitergeht? Statt neue Logos und sonstiges Gschisti-Gschasti anzuschaffen, sollten sich die Arbeitsbedingungen endlich verbessern. Sonst gibt’s wirklich irgendwann nur noch Roboter in der Pflege. Wobei – die können sich wenigstens nicht wehren. (Quelle: Gesundheits- und Krankenschwester/ KAV)

 

Du siehst die Bedürfnisse der PatientInnen und hast leider nur zwei Hände. Du musst alles erledigen, was dein Pflegeplan vorschreibt. Dazwischen kommen Notfälle oder ungeplante Aufnahmen. Du würdest gerne kurz Pause machen, weil du auf die Toilette musst. Geht nicht! Vielleicht später. Dazwischen schießen dir ganz viele Arbeiten durch den Kopf, die noch alle bis zum Mittagessen erledigt werden müssten. Ups geht nicht – es ist schon 5 vor 12 Uhr. Hoffentlich, denkst du, kannst du am Nachmittag alles erledigen. (Quelle: Gesundheits- und Krankenpfleger/KAV)

 

Im Autobus hat mich eine ältere Dame angesprochen. Sie war Patientin auf der Krankenhausstation, auf der ich arbeite. Sie bedankte sich, dass ich trotz der vielen Arbeit für sie immer ein paar Worte und ein Lächeln gefunden habe. Sie meinte, ohne mich wäre ihre Zeit im Krankenhaus nicht so gut gewesen, weil sie ja ganz alleine war. Und sie würde sich wünschen, dass alle kranken Menschen so gut versorgt werden würden. Beim Aussteigen hat sie mich umarmt. Das war sehr emotional für mich. (Quelle: Gesundheits- und Krankenschwester/ KAV)

 

Wir sind wütend, weil wir seit Jahren darunter leiden, keine ausreichenden Rahmenbedingungen für unsere Arbeit zu bekommen. Zuwenig Personal, keine Urlaubs und Krankenstandreserve, ein nicht zeitadäquater Erwachsenen-Kindschlüssel… Schon lange ist Geld nicht mehr an erster Stelle, wir wollen unsere Arbeit tun und unserem Bildungsauftrag nachkommen. Wir wollen nicht nur Platz sein, an dem die Kinder sind, wenn ihre Eltern arbeiten oder keine Zeit für sie haben. Und wir wollen nicht mehr belogen werden – weder von der Politik noch von der Dienstgeberin. Genug ist genug! Übrigens: die Gewerkschaft schaut auch nur zu – was tut die für uns? Außer vor Wahlen kommen und irgend einen Schaß bringen, der noch dazu von unseren Beiträgen gekauft wird. Na wirklich ned! (Quelle: MA 10/Wiener Kindergärten/PädagoInnen)

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