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Der Dittelbacher ist auf seiner Ledercouch vor dem Fernseher gesessen und hat die Nachrichten von “Wien heute” verfolgt und der Kanzleramtsminister und der Mann, der beinahe einmal der Bundespräsident geworden wäre, sind vor die Kamera getreten, wie man so sagt, und beide haben zum Karfreitagsdilemma Stellung bezogen.

Das Karfreitagsdilemma ist entstanden, weil einer vor dem Europäischen Gerichtshof geklagt hat, wegen Ungleichbehandlung, weil die Protestanten am Karfreitag einen Feiertag gehabt haben und er nicht und das ist natürlich eine bodenlose Ungleichbehandlung aufgrund der Religionszugehörigkeit und der Gerichtshof hat das auch festgestellt, diese Ungleichheit, und jetzt war nicht nur ein Karfreitagsdilemma da, sondern auch ein Regierungsdilemma, weil die musste natürlich bis zum nächsten Karfreitag reagieren und eine Lösung präsentieren, die diese Ungleichheit beseitigt. Zuerst haben sie die Idee gehabt, allen einen Feiertag zuzugestehen, aber da hat die Wirtschaft natürlich sofort aufgeheult, wegen der hohen Verluste und Produktionseinbrüche und der Wirtschaft darf man natürlich nicht schaden, auf keinen Fall, weil die Wirtschaft schafft schließlich die Arbeit und der Dittelbacher hat sich gedacht, aha, hat er sich gedacht, was macht dann eigentlich die Politik.

Die Wirtschaft

Gut, die Wirtschaft hat man jetzt natürlich besänftigen müssen und so ist die Regierung auf einen halben Feiertag für alle am Karfreitag gekommen, da verliert niemand etwas, haben sie gesagt und die Katholiken bekommen sogar noch etwas und jetzt war der Dittelbacher natürlich kein riesiges Rechengenie, aber er hat sich gefragt, wie kann es sein, dass, wenn ein Feiertag halbiert wird, niemandem etwas weggenommen wird und wo der für die Protestanten verschwundene und doch nicht weggenommene halbe Feiertag sich dann versteckt.

Egal, die Wirtschaft hat weiterhin aufgeheult und die Protestanten jetzt natürlich auch, weil sie den Beteuerungen, dass niemand etwas weggenommen wird, misstrauisch gegenüber gestanden sind und sich wahrscheinlich auch gefragt haben, wo der andere halbe Feiertag wieder auftauchen wird.

Soweit zum Karfreitagsdilemma, und wie der Dittelbacher jetzt “Wien heute” verfolgt hat und den beiden Regierungsvertretern wegen des Karfreitagsthemas fast andächtig zugehört hat, haben die die ultimative Lösung präsentiert und erklärt, dass der Karfreitag gar kein Feiertag mehr ist, aber, so die Politiker, jeder und jede darf sich einen Tag als persönlichen Feiertag festlegen und kann dafür einen Urlaubstag festlegen, auf den auch ein Rechtsanspruch besteht, aber natürlich nur, wenn der Chef den Mann oder die Frau nicht doch unumgänglich und dringendst braucht, dann muss der Mann oder die Frau doch arbeiten, aber es gibt dafür Zuschläge.

Und, hat der Verkehrsminister lächelnd mitgeteilt: “…also dass ist wirklich etwas völlig Neues, einzigartig und die Lösung ist für mich – eine perfekte…” Fein, hat sich der Dittelbacher gedacht, so etwas gibt es ja nicht jeden Tag, so eine perfekte Lösung, das muss man schon zugeben, und was da noch für weitere Möglichkeiten liegen in so einer perfekten Lösung, nicht auszudenken. Man könnte zum Beispiel alle Feiertage zu Nichtfeiertagen erklären, aber wenn es jemandem so wichtig ist, wenn er es ernst meint mit der Religion, dann kann er sich an den gestrichenen Feiertagen Urlaub nehmen, wenn ihn der Chef nicht doch notwendigerweise dringend braucht, oder man könnte alle Feiertage auf Sonntage legen, oder alle Feiertage auf einen einzigen Sonntag und da darf man sich dann aussuchen, welcher Feiertag auf diesen Sonntag fallen soll.

Na, wenn das so ist..

Bitte, hat der Dittelbacher das weiter gesponnen, bei Weihnachten wird man schon eine Ausnahme machen müssen, damit nicht wieder die Katholiken rebellieren, da könnte man einen zusätzlichen Einkaufstag einrichten, an dem man sich auch Urlaub nehmen darf, das würde die Arbeit schaffende Wirtschaft schwer ankurbeln und wenn es sich gar nicht ausgeht mit so einem zusätzlichen Einkaufstag, wenn der arbeitende Mann oder die arbeitende Frau partout keinen Urlaubseinkaufstag verbrauchen will, dann sollte wenigstens ein kleiner Betrag von ihm oder ihr eingehoben und der Wirtschaft zugeführt werden, damit die keine Verluste einfährt und weiter Arbeit schaffen kann.

Überwältigt von der perfekten Lösung und vom vielen Weiterspinnen der zukünftigen Möglichkeiten ist der Dittelbacher ermattet eingeschlafen und erst nach der “Zeit im Bild” wieder erwacht und er hat sich gefragt, ob das nicht alles nur ein Traum war.

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