„Wer bin Ich?“
Ich bin eine Magistratsabteilung.
Ich hab laut Dienstpostenplan über 1000 Dienstposten.
Ich bin eine frauendominierte Magistratsabteilung und eher für meine Zahlensicherheit bekannt.
Ich hatte fast ein Jahr lang keine Abteilungsleitung. Zwischen der letzten und der heutigen Abteilungsleiterin bestand eine 12 Monate dauernde Führungslosigkeit. Irgendwie haben sie dann doch noch jemanden gefunden, der das Anforderungsprofil gerade noch so erfüllt.
Ich war für meine MitarbeiterInnenorientierung bekannt. Jetzt ist die mir zugemutete Abteilungsleiterin kürzlich dem Club der Teilzeit- und Karenzverhinderer beigetreten. Persönliche Abneigungen, launenhafte Argumente und ein nicht näher definierter Personalmangel werden dafür als Begründung aufgezählt. Gleichzeitig lässt sie mindestens 40 Dienstposten unbesetzt und schreibt sie auch nicht aus, sonst könnte der Personalmangel nicht mehr als Begründung für ihre Ablehnungsobsession herhalten. Work-Life-Balance der MitarbeiterInnen geht ihr am Arsch vorbei.
Ich hab einige Führungskräfte mit ausgeprägter Rechtschreibschwäche. Im Telefonverzeichnis auf „wien.at/intern“, auf meiner Abteilungs-Homepage, in meinem Organigramm, in fast jedem Protokoll, auf unzähligen Arbeitsplatzbeschreibungen und Anforderungsprofilen und in fast jedem offiziellen Schriftstück mutiert die Stabsstelle zur Stabstelle. Hundertfach!!!! Gleichzeitig wird von den MitarbeiterInnen in zwänglicher Kleinkariertheit verlangt, die E-Mail-Signatur in „Reih und Glied“ zu halten. Da wird jede Winzigkeit – von Schriftgrad bis Größe und Farbe – vorgeschrieben und notfalls gemaßregelt.
Wer mich erkannt hat und die Antwort an kiv@kiv.at sendet, erhält ein Sackerl Gummibärchen an seine/ihre Dienststelle geliefert.