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Hallo Thomas, stell dich doch kurz vor:

Ja servus mitnand, ich bin der Thomas Zarka und komme aus Favoriten. Die Unbeugsamen, die dafür verantwortlich sind, dass die Wiener Bezirksnummerierung unstimmig ist. Das is eh schon das Wichtigste, der Rest sind nur üble Gerüchte und Vermutungen von wohlmeinenden Personen, die allesamt nie und nimmer stimmen. Außerdem wäre es ein telefonbuchlanger Roman, alles aufzuschreiben. Ich war aber immer brav. Ihr könnts mich aber gerne selber fragen und euch ein Bild von mir machen.

Wie lange bist du schon im Dienst der Gemeinde? Was war/ist dort deine Aufgabe?

Ich kam am 29.3.1993 zur Gemeinde, damals zur MA 4-Ref. 8 und durfte dort die Parkometerabgabe und das Glücksspiel kassieren. Damals gingen alle noch in Zivil um die wenigen Zonen zu kontrollieren. Nach eineinhalb Jahren wechselte ich in die MA 28 – Budgetreferat, ehe ich am 1.3.2001 in die MA 11 – Wiener Kinder und Jugendhilfe (wie sie heute heißen) in die Rechtsvertretung wechselte. In der Kanzlei war ich neben den klassischen Kanzleitätigkeiten auch für die sogenannte Rechnungsführung (Verbuchung und Evidenzhaltung von Mündelgeld, Anlegen und Verwalten von Sparkonten der Minderjährigen, sowie die Kassaführung) verantwortlich.

Wann und warum hast du beschlossen, dich in der Personalvertretung zu engagieren?

Wann ich zur PV gekommen bin, weiß ich noch: 2005 hat mich Thomas Kerschbaum angesprochen, ob ich nicht in der PV mitmachen will. Er versprach mir Ruhm und Ehre, aber kein Geld. Und er hat Wort gehalten.

Warum bin ich zur PV gekommen? Eigentlich nur, weil mir diverse Dinge in der Stadt Wien am Zeiger gegangen sind und ich gerne streiten tu. Also für andere ihre Rechte einfordern. Ich war diesbezüglich in meiner Abteilung voll beliebt und habe aus diesem Grund beschlossen, das Ganze professioneller zu machen. Ist ganz gut gelungen, wie ich finde.

 Wie bist du zur KIV gekommen? Warum hat die KIV dich angesprochen?

Siehe Oben. Bei einem Bier wurde der Rüttlischwur getätigt. Es kann auch ein zwangloses Treffen mit Thomas Kerschbaum, Andreas Schadauer und einigen anderen KIV-Mandataren gewesen sein. Es könnte aber auch in einem Plenum gewesen sein, zu dem mich die beiden mitgeschleppt haben. (Im Alter vergisst man einiges.) Dort lernte ich dann die ganzen Kapazunder der KIV kennen, also den Troopy, die Lisa Langbein, die Renate Schön, die Martina Petzl-Bastecky und andere. Es war ganz anders, als ich mir erwartet hatte, jeder konnte jederzeit mitdiskutieren, es war ein Meinungsaustausch ohne „Vorsitzendem“ auf einem Podest mit Schulklassenflair. Außerdem ist der Name ja sensationell. KIV. Mehr muss man nicht wissen. Er ist einprägsam und gut auszusprechen. Die Parteiunabhängigkeit hat mir auch gefallen. Außerdem: Zur FSG (die haben mich ernsthaferweise auch mal gefragt) wollte ich nach dem BAWAG-Skandal und den Kalamitäten rund um Herrn Verzetnitsch und die Cayman Islands nicht gehen. Außer, sie hätten mir einen Job auf den Inseln angeboten. Haben sie aber nicht. Darüber hinaus wäre ich kein guter Parteisoldat.

Was ist deine Aufgabe in der KIV?

Gute Frage. Als freigestellter Personalvertreter und Gewerkschafter vertrete ich als Mitglied im KIV-Vorstand (auch so ein Ding, das wir der BAWAG-Krise zu verdanken haben) die Fraktion nach außen, bin Mitglied im Zentralausschuss der Gewerkschaft YOUNION, im Haupt- und Hauptgruppenausschuss anwesend, Mitglied im Personalgruppenausschuß C – also ein vielbeschäftigter Mensch. Daneben habe ich neben der PV- und Gewerkschaftsarbeit im Dienststellenausschuss noch die Bildung für die KIV über, weiters bin ich mitverantwortlich für die HG 1 – Hoheitsverwaltung. Im KIV-Büro bin ich noch der „Hausarbeiter“, eine ehrenvolle Aufgabe. Ernsthaft. Ihr kennt ja den Satz: „Man müsste dies und das machen“ – ich mache es einfach. Hält fit und erspart endlose Diskussionen. Protokollführen zum Beispiel. Jeder will eines haben, keiner will eines schreiben.

Thomas Zarka

Woran arbeitest du gerade? Und welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Ich habe immer mehrere Projekte am Laufen: einmal wende ich mich gerne politischen Themen zu und bereite Stadtspaziergänge vor, schreibe den einen oder anderen politischen Text. Dabei sind die Themen zumeist Mehrheitsthemen, also Frauenthemen. Immerhin sind Frauen die (leider oftmals viel zu schweigsame) Mehrheit in Österreich bzw. bei der Stadt Wien. Das bedingt natürlich auch die Gleichbehandlung in allen Dingen des Arbeitslebens, sei es Gehalt, Karriere, Pension etc. Frauendominierte Berufe werden in der Stadt meist schlechter bezahlt als männerdominierende Berufe. Da muss man sich nur den noch immer gültigen Nebengebührenkatalog für Beamte und Vertragsbedienstete ansehen: 80% der dort verzeichneten Nebengebühren sind männerorientiert (um es mal so zu sagen). Ein Feuerwehrmann hat dreimal mehr Nebengebühren als eine Krankenschwester. Frauen werden öfters in Teilzeitbeschäftigung gedrängt. Warum? Die Ausrede, „weil die Männer das so wollen“ lasse ich als Mann nicht gelten.

Was mir allgemein am Herzen liegt, ist Bildung durch Informieren. Menschen die wissen, welche Rechte sie haben, wie sie sie erreichen und an wen sie sich um Hilfe wenden können, sind der Garant dafür, dass sich die Gesellschaft, ihre Arbeitsbedingungen und das politische Klima nicht zum Schlechteren ändern können. Wir haben eine funktionierende Demokratie – nutzen wir sie.

Was war eines der schönsten oder lohnendsten Erlebnisse?

Die drei Wahlsiege im Dienststellenausschuss 2006, 2010 und 2019. Keine Frage. Und Ibiza.

Was war dein bisher größter Erfolg?

Schwer zu sagen. Persönlich sicher mein Engagement für einen aus Afghanistan kommenden, minderjährigen Flüchtling, der bei uns in der KIV ein Praktikum machte, hier in Wien seinen Schulabschluss erreichte, nun eine gute Ausbildungsstelle in einer Apotheke gefunden hat und für den eine eigene kleine Wohnung besorgt wurde. Eine Erfolgsstory sozusagen.

Für die KIV war dies sicher die Tatsache, dass die Fraktion trotz immer größer werdenden Drucks ihr Standing und ihre Streithaftigkeit nicht verloren hat. Und das Beibehalten unserer Parteiunabhängigkeit. Auch das ist nicht selbstverständlich in Österreich, wo fast alles und jeder politisch irgendwo verortet werden kann oder vereinnahmt wird.

Was ist etwas, das nicht viele Leute über dich wissen?

Ich habe keine Plattfüße. Tatsächlich nicht. Ich renne immer nur in blöden Schuhen herum.

Und ich schreibe alles mit Doppel-s weil ich zu faul bin, das scharfe ß mit dem kleinen Finger auf der Tastatur zu drücken. Mensch ist im Alter nicht mehr ganz so gelenkig.

Was ist etwas, das du gut kannst?

Streiten – also ich meine damit das Diskutieren. Wehe es sagt jetzt jemand was Falsches!

Wenn du dir für die nächsten 4 Jahre für die Gemeindebediensteten etwas wünschen könntest, was wäre das?
  • Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich
  • Optierung in das neue Wiener Bedienstetengesetz noch 2020. Schluss mit diesem Herumlavieren. In fünf Jahren interessiert es keinen mehr.
  • Altersteilzeit (wurde uns 2015 im damaligen Wahlprogramm versprochen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt zur Umsetzung), altersgerechtes Arbeiten ohne Verlust von Wissenstransfer.
  • Höhere Gehälter. Menschen, die für die Gesellschaft arbeiten, haben auch entsprechend entlohnt zu werden. Damit verbunden bin ich für mehr Respekt und gegen ein Beamtenbashing. Ohne die „blöden“ Beamten/Vertragsbediensteten/W-BedG- und KV-Angestellten würden die Leute noch in Zelten wohnen und über Stock und Stein gehen. Die Gesundheitsversorgung wäre dann auch noch in Händen irgendwelcher Schamanen.
  • Mehr Demokratie in der Gewerkschaft. Meinungen sind vielfältig und sollen auch in der Gewerkschaft gespiegelt werden.
  • Keine (weiteren) Auslagerungen. Privat funktioniert im öffentlichen Dienst nicht. Hat man in der Covid-19 Krise wieder sehr deutlich gesehen. Deshalb: Hände weg vom KAV!
  • Einführung/Beibehaltung neuer Arbeitsmethoden ohne Personal- und Gehaltsverlust. Die Covid-19 Krise hat gezeigt, dass dies möglich ist. Für mich ist dies auch ein Zeichen von Wertschätzung und Respekt den KollegInnen gegenüber, die tagtäglich (und gerade in dieser Krise) das Werkl am Laufen halten.
  • Einen Corona-Tausender für alle Menschen, die diese Krise geschupft haben.
  • Einen guten, weil wertschätzenden Gehaltsabschluss. Unsere Solidarabgabe haben wir schon übererfüllt, wir waren auf dem Posten und haben gearbeitet. Ganz ohne tägliche Pressekonferenzen und Lobhudeleien, aber mit einem weit größeren persönlichen Risiko als viele andere, die das jetzt fordern.
  • Mehr Personal. Der Dauerbrenner.

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