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Einmal mehr geht es bei einer Reform nur um Sparen. Dabei wäre es höchst an der Zeit, in Zufriedenheit und Motivation zu investieren!

Die Einladung zur Mitwirkung an der Wiener Struktur- und Ausgabenreform beginnt als Lobeshymne auf die gute Arbeit der Bediensteten:

„Die Bevölkerung in Wien wächst. Das ist ein Kompliment an unsere Stadt und Ihre Arbeit. Als Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter der Gemeinde Wien tragen Sie jeden Tag zur hervorragenden Lebensqualität bei. Wir wollen dieses Niveau an Lebensqualität für alle, die in Wien leben, auch in Zukunft aufrechterhalten.“

(Quelle: Ideen-Plattform, siehe unten stehenden Link)

Es hört sich an, wie ein Bekenntnis für die Erhaltung der Lebensqualität. Und doch geht es einmal mehr nur um „Ausgabenoptimierung“, ist ein „effizienter und strukturierter Umgang mit Ressourcen wichtig“ und die Mitarbeit bei Klärung der Frage, wie man Dinge – bei steigender Bevölkerungszahl – noch „kostengünstiger erledigen könnte“, erwünscht.

Partizipation?

Die Ideenbörse scheint auf den ersten Blick großartig: Bedienstete werden ernst genommen, dürfen Meinungen direkt äußern. Ein joviales „pack ma’s an!“ rundet die Geschichte ab. Es lebe die Partizipation!

Erwähnenswert ist dabei jedoch der gewählte Zeitraum und Zeitpunkt: gerade mal drei Wochen gibt man den Bediensteten für Einbringen und Diskussion von Ideen. Ideen zu einer – glaubt man dem Einleitungstext – äußerst bedeutsamen, richtungsweisenden Reform. Ein Blick in den Kalender offenbart außerdem: ein Donnerstag-Feiertag und das Pfingstwochenende liegen in diesen drei Wochen.

Zur Halbzeit gab es immerhin eine Einladung des Magistratsdirektors in Form einer E-Mail. Ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die keinen eigenen PC-Zugang haben oder gerade im Urlaub weilten, diese (noch rechtzeitig) erhalten haben, ist fraglich.

Die erfahrene Leserin bzw. der erfahrene Leser vermag selbst zu beurteilen, ob hier echte oder Schein-Partizipation vorliegt.

Monetärer Nutzen

Gefragt ist dann explizit: „Bitte geben Sie möglichst an, welcher monetäre Nutzen bei Umsetzung Ihrer Idee erzielt werden kann.“ Tatsächlich ist das bei vielen eingebrachten Vorschlägen kaum oder nur in sehr spekulativem Maß möglich. Vorschläge ohne Bezifferung des finanziellen Faktors wurden anfangs vom Team des Vorschlagswesens kommentiert: die potentielle Sparsumme sei bitte nachzureichen. Spätestens dabei wird erkennbar, dass es ausschließlich um Geldersparnis geht.

Nutzen durch Motivation!

Das ist besonders schade, zumal das Vorschlagswesen ein Mittel zur Motivation des Personals darstellt. Eine Effizienzsteigerung erreichen wir auch, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit entlastet werden.

Vor allem der Wegfall lästiger Bürokratie und ihrer Kontrolle (bspw. Fahrscheinabrechnung) ist Gold wert, macht Zeitressourcen für sinnvollere, qualitativ hochwertige Arbeit mit den Klientinnen und Klienten frei und steigert die Motivation.

… und Motivation ist unbezahlbar!

Link: Ideen-Plattform zur Aufgaben- und Strukturreform (Login erforderlich)

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