Nach der Corona-Krise ist die Gewerkschaft gefragt. Denn Förmlich über Nacht hat die Krise unsere Welt auf den Kopf gestellt. Nun, nach vier Wochen Homeoffice und eingeschränkter Bewegungsfreiheit, sozialer Abgeschiedenheit und Stillstand der Wirtschaft, hat das Leben ein neues Gesicht:

Viele Menschen arbeiten von zu Hause aus oder sind in Kurzarbeit. Nebenbei lernen sie mit ihren Kindern und haben den Nachwuchs rund um die Uhr um sich. Dadurch entsteht eine neue Gesprächskultur über die Wertigkeit der Bildungseinrichtungen. Egal ob Kindergarten oder Schule – plötzlich zieht enorme Wertschätzung gegenüber den PädagogInnen und KinderbetreuerInnen ins Land.

Aber auch Berufsgruppen, die gesellschaftlich nicht immer so im Rampenlicht stehen und respektvoll behandelt werden, erleben in dieser krisenhaften Zeit Aufmerksamkeit. Ob es nun um die Menschen im Gesundheitsbereich oder generell in der Daseinsvorsorge der Stadt bzw. im Handel geht – hier zeigt sich einmal mehr, dass gerade diese Menschen die wirklichen Säulen der Gesellschaft sind.

Corona-Krise: Die Aufgabe der Gewerkschaft

Aus gewerkschaftlicher Sicht werden wir auch hier wieder in eine Diskussion um die Ausrichtung und Wertigkeit dieser Berufsgruppen gehen müssen. Bezahlung und Arbeitszeit werden uns beschäftigen. Und das möglicherweise mit Unterstützung der Gesellschaft, denn diese bestimmt den neu erkannten Wert von Arbeit – nicht nur PolitikerInnen und Wirtschaft.

Die Auswirkungen der Krise werden allerdings die Form unserer bekannten Arbeitswelt noch viel schneller als gedacht verändern. Die Frage, ob etwas Positives aus so viel Schmerz und Leid zu generieren ist, wird uns ebenfalls als Interessenvertretungen fordern – und zwar allgemein gesellschaftlich als auch in der digitalisierten Arbeitswelt.

Die Zukunft braucht eine starke ArbeiternehmerInnenvertretung, um auch weiterhin alle Möglichkeiten der Digitalisierung gesund ausschöpfen zu können und die Rechte der arbeitenden Menschen zu schützen. Die Diskussion kann nicht nur um Videokonferenzen und Homeoffice angelegt sein. Ganz oben auf der Agenda stehen Work-Life-Balance im Homeoffice, möglicherweise ein abgesichertes Grundeinkommen als neue Idee gegenüber den Leistungen des AMS, eine verpflichtende Steuerleistung von Großunternehmen für Krisen (analog zur umgangssprachlichen „Reichensteuer“) und die Neubewertung von Jobs, welche die Gesellschaft wirklich braucht. Schlicht – es wird ein Kulturwandel stattfinden müssen, der als Chance betrachtet werden kann.

Hier dürfen Menschen in politischer und wirtschaftlicher Verantwortung zeigen, ob die Freude über den jetzigen Zusammenhalt und das „Heilrauskommen“ aus der Krise etwas Nachhaltiges, Zukunftswürdiges entstehen lassen kann. Und das wird auch eine herausfordernde Aufgabe für die Fachgewerkschaften und den ÖGB.

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