fbpx

Es wird einfach zu viel eingespart; bei den ÄrztInnen, den Diplomierten und bei den Behandlungen.

Ein Beispiel:

Ich arbeite in einer psychiatrischen Abteilung mit einer Menge stationärer PatientInnen.

Es gibt aber zu wenige Therapieplätze für die PatientInnen auf unserer Station, sodass wir öfter im Team entscheiden müssen, welche von unseren PatientInnen mehr von der Therapie haben – es würden aber alle die Therapie brauchen! Anstatt den Therapieplatz zu bekommen, kriegen die dann eine Spritze.

Auch beim Personal ist es sehr knapp.

Die Pflege hat ja jetzt auch Tätigkeiten von den ÄrztInnen übernommen – ich nehme jetzt Blut ab, hänge Infusionen an und schreibe EKGs – und jetzt haben wir noch weniger Zeit für die PatientInnen.

Und das bleibt einfach nicht ohne Folgen: Wenn da fünf manische Patienten neben zwei depressiven sitzen, bekommen die manischen die Aufmerksamkeit, nicht die stillen. Und vor ein paar Wochen war es dann soweit, dass wir einen depressiven Patienten nach Hause geschickt haben und der hat sich dann drei Tage später umgebracht.

Es hat bei der Entlassung eigentlich gut ausgeschaut, weil der eine gute Fassade gehabt hat und uns auf der Station einfach keine Zeit geblieben ist, dahinter zu schauen, weil sich keiner lang genug mit ihm beschäftigen konnte. Jetzt ist er tot. Es hat also direkte und ganz reale Folgen, hier so zu sparen.

Auch das Gehalt für meine Arbeit finde ich eigentlich einen Witz.

Der Job wird nur durch die Zulagen interessant, aber die sind nicht auf die Pension anrechenbar. Jetzt wo die diplomierten Krankenschwestern und -pfleger stark abgebaut und die Assistenzberufe ausgebaut werden, ist es überhaupt so, dass du ständig mit einem Bein im Häfn stehst – für das Gehalt!

Denn die Diplomierten sind verantwortlich für jeden Fehltritt, den das schlechter – weil kürzer – ausgebildete Assistenzpersonal macht; und ich bin auch verantwortlich, wenn in der Nacht auf der Station keine ÄrztInnen sind und ich telefonisch die Anweisungen vom Arzt auf der anderen Station entgegen nehme und Temesta an schlaflose PatientInnen ausgebe.

Wenn da was passiert, wird die Mappe eingezogen und dann steht nirgends, dass der Arzt das angeordnet hat. Da bin dann ich verantwortlich.

Ich finde das alles wirklich fahrlässig – dem Personal und vor allem den PatientInnen gegenüber.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen