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Neuregelung: Kompe­ten­zen der Pflege werden gestärkt (KAV).

Auf der Intranetseite des Krankenanstaltenverbundes (KAV) finden wir einen Artikel, hinter dem sich einiges versteckt: Umverteilung von Arbeit auf die Pflege darf / soll mehr und das wird auch noch als Stärkung verkauft, in Wahrheit eine Entlastung der Turnusärztearbeit (die zweifelsohne schon lange fällig gewesen wäre) auf dem Rücken der Pflege. War noch die gemeinsame Morgenarbeit so wichtig, wird sie mit einem Satz (siehe unten) außer Kraft gesetzt.

Werden die Kompetenzen der Pflege gestärkt?

Die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege soll neu geregelt werden – schon mit 1. Jänner 2015 darf die Pflege mehr! Das beschloss die Steuerungsgruppe des MPK-Projektes (Multi­projekt­koordination – Umsetzung Wiener Spitalskonzept 2030) zur Reform der TurnusärztInnenausbildung im Krankenanstaltenverbund.

Ziel der Neuaufstellung der Zusammenarbeit ist eine Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeits­bereichs durch die Pflege auf allen Abteilungen im Krankenanstaltenverbund mit 1. Jänner 2015. Der mitverantwortliche Tätigkeitsbereich umfasst dabei allgemeine Tätigkeiten, die fachunabhängig auf allen Abteilungen Routine sind.

Zusätzlich umfasst der mitverantwortliche Tätigkeitsbereich auch spezielle Tätigkeiten, die ausschließlich in manchen Fachgebieten eine Routinetätigkeit darstellen und für jede Abteilung festzulegen sind.

Grund ist tatsächlich,

dass durch die Zugangsbeschränkung zu unseren Medizinuniversitäten die Zahl der TurnusärztInnen immer weniger wird und es ist auch kein Geheimnis, dass die KAV-Spitäler nicht an erster Stelle der Wunschlisten stehen. Um nun auch den noch folgenden Gesetzesänderungen zur Turnusausbildung entsprechen zu können, wird Arbeit umgeschichtet.

Der erste Schritte waren das Projekt Skill&Grade-Mix, sowie das Projekt der „StationsassistentInnen“. Es gibt zeitgleich natürlich auch Arbeitsgruppen, die sich mit der Ausbildung, den Tätigkeitsprofilen, Rotation und Stehzeiten der TurnusärztInnen befassen.

Wie wir schon wissen, ist Generaldirektor-Stellvertreter Udo Janßen ein Schneller – daher erteilte er schon am 30. Juli 2014 den Ärztlichen DirektorInnen und PflegedirektorInnen die Aufträge, gemein­same Prozesse zur Umsetzung einzuleiten.

Sommer = Veränderungen

Er hält damit die KAV-Tradition bei, Veränderungen am Besten über den Sommer zu starten. Die vielen Urlaube ermöglichen dann doch weniger Widerstand. – der eigentlich kommen sollte. Nicht nur von der Basis oder der Interessenvertretungen, sondern auch direkt von den DirektorInnen. Gibt es doch im Krankenanstaltenverbund etliche Abteilungen, wo Bereiche ganz oder zum Teil gesperrt sind, weil Pflegepersonal fehlt.

Es gibt Abteilungen, die mit der Minimalzahl an Pflegepersonal den Arbeitstag mit zusätzlichen Gang­betten bestreiten muss, z.B. 10 chirurgische PatientInnen werden von einer Pflegepersone versorgt, im Nachtdienst auch noch mehr!

Somit müsste der erste Schritt einmal sein, den Solldienstpostenplan zu evaluieren und zu erfüllen, bevor wir über weitere Übernahme von Aufgaben diskutieren können. Laut Generaldirektion soll zuerst eine Ist-Stand-Erhebung durchgeführt werden, doch auch hier finden wir im Text keine eventuelle Postenaufstockung, sondern lediglich den Begriff „Ressourcenverschiebung“, was auch immer damit gemeint sein kann – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Apropos schnell (Janßen) – weiter im Text:

Die bislang gültigen Erlässe zur Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege sowie die Leitlinie „Erhöhung der PatientInnensicherheit im Bereich der medizinischen Morgenarbeit“ wird mit 1. August 2014 aufgehoben, als Richtlinie gilt die derzeit gültige Vereinbarung der jeweiligen Abteilung.

Sobald ein Umsetzungsplan für die Abteilung erstellt ist, ist dieser für die Zusammenarbeit gültig. Das Infusionsmanagement wird jedoch ab sofort voll durch die Pflege übernommen.

„Schönen Sommer“ – wir berichten weiter!

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