Mikrofeminismus: kleine Rebellion im Alltag
- KIV Redaktion

- 17. März
- 2 Min. Lesezeit

Was ist Mikrofeminismus?
Mikrofeminismus ist eine kleine Rebellion im Alltag. Frauen und Männer integrieren bewusst kleine Handlungen in ihren Alltag, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben und Ungleichheiten entgegenzuwirken. Mit Mikrofeminismus werden andere Frauen unterstützt, Stereotype hinterfragt und gegen Diskriminierung vorgegangen. Beispiele sind:
Das generische Femininum benutzen. Bei Berufen konsequent die weibliche Form wählen (z.B. „zur Ärztin gehen“). Sprachlich generell davon ausgehen, dass die Person, die die U-Bahn lenkt, das Flugzeug fliegt, den Wirkstoff entwickelt hat, das Auto oder Fahrrad fährt, die Entscheidungen trifft, die medizinische Behandlung anbietet etc. weiblich ist, bis sich mit Sicherheit das Gegenteil herausgestellt hat: Die Fahrerin, die Pilotin, die Forscherin, die Fahrradfahrerin, die Bürgermeisterin, die Ärztin, etc
Auch für Kinder beim Vorlesen von Büchern das Geschlecht der aktiv agierenden Protagonist*innen ändern, wenn alle männlich dargestellt werden. Bewusst Bücher suchen, die eine inklusive Sprache verwenden oder starke Protagonistinnen haben.
Im Kindergarten oder in der Schule immer zuerst den Vater anrufen, wenn das Kind abgeholt werden muss und beide Eltern als Notfallkontakte angeführt sind.
In Emails an mehrere Empfänger*innen zuerst die Frauen nennen.
Auf dem Gehsteig Männern nicht automatisch ausweichen.
Wenn ein Mann in den öffentlichen Verkehrsmitteln manspreaded zurück spreaden.
Mädchen für ihre Kraft und Schnelligkeit Komplimente machen, Buben für ihr Einfühlungsvermögen, für das Trösten und Kümmern.
Sich bewusst für Produkte von Frauen entscheiden. Nur Bücher von Autorinnen lesen.
Im Arbeitsumfeld die Leistungen von Kolleginnen besonders hervorheben.
Kindern vorleben, dass auch Papa den Haushalt machen, die Windeln wechseln, den Einkauf machen kann.
Männern auch Blumen schenken.
Einen Mann unterbrechen, der eine Frau unterbrochen hat, und sagen: „Ich möchte hören, was sie sagen wollte.“
Reagieren, wenn sexistische Witze gemacht werden.
Bringt das was?
Ja. Sprache hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Denken und die Wahrnehmung. Die konsequente Nutzung des generischen Femininums macht Frauen sichtbar und normalisiert es, Frauen in Machtpositionen oder männlich dominierten Berufsfeldern zu erwarten.
Mikrofeminismus bringt durch kleine, alltägliche Handlungen (wie geschlechtergerechte Sprache, Unterbrechungen korrigieren oder Platz im Raum einnehmen) mehr Sichtbarkeit für Gleichstellung und fordert patriarchalische Strukturen direkt heraus. Er fördert Empowerment, schafft Bewusstsein im privaten Umfeld und bewirkt subtile, aber stetige kulturelle Veränderungen.
Obwohl keine sofortige strukturelle Änderung der Lohnlücke, schafft es eine Legitimierung für Veränderungsprozesse.
Zusammenfassend ist Mikrofeminismus ein Werkzeug, um Gleichberechtigung direkt in den Alltag zu integrieren.


