Es ist spannend zu beobachten, welche Rolle in bestimmten Situationen im sozialpädagogischen Feld gerade im Vordergrund steht.

Wenn es bspw. um den Kinder-PC, den Umgang mit Handys und dem Internet (Wartung, professionelle Betreuung, Kinderschutz) geht, fallen Sätze wie: „Eltern haben auch keine EDV-Abteilung, die müssen das alleine machen.“ Eltern haben in der Regel jedoch keine acht Kinder und zeitintensive administrative Tätigkeiten zu erfüllen.

Natürlich sind viele Familien heutzutage beim Umgang mit technischen Entwicklungen und auftauchenden Problemen überfragt. Bleibt also nur Recherche und Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle (s. unten: KIV-Lexikon) – auch für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Schade, dass hier der institutionelle Anteil noch nicht ausreichend wahrgenommen wurde.

Bei der Abrechnung von Einkäufen hingegen kann es anscheinend nicht institutionell genug sein. Selbstverständlich ist die KVM[1] penibelst einzuhalten, selbst dort wo es vollkommen praxisfremd ist. Ebenso institutionell ist die Dokumentation zu sehen. Diese wirft aufgrund der Datenspeicherung allerdings so manche Frage auf, die vielleicht lieber in der Elternrolle beantwortet werden sollte. Hier widersprechen juristische Absicherung beim Personal und pädagogischer Auftrag einander in anderer Weise.

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Entscheidend wird in Zukunft sein, wie sich die Kommunikationskultur in der MA11 entwickelt. Mit Vertrauen zwischen Basis und Leitung, mit so manch informeller Eltern-Herangehensweise und manch institutioneller Unterstützung können sicher annehmbare Lösungen für alle Probleme des sozialpädagogischen Alltags gefunden werden.

[1] Allgemeine Kassen- und Verlagsvorschrift für den Magistrat der Stadt Wien

Grafik: freepik

Das könnte dich auch interessieren (ähnliche Artikel aus der gleichen Kategorie)