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Bei den SozialarbeiterInnen der MA11 gehen die Wogen hoch. Grund sind Fehlinformationen zum neuen Gehaltssystem und eine Ungleichbehandlung von KollegInnen, die noch im alten System eingestellt wurden.

Zur Vorgeschichte: Seit Jahren arbeitete die Gemeinde Wien an dem Projekt Besoldungsreform, Posten wurden neu bewertet, das Gehaltssystem moderner gestaltet und die Nebengebühren ausgemistet bzw. gestrichen. SozialarbeiterInnen, die ab 2014 bei der MA11 angestellt wurden, erfuhren von Seiten der MitarbeiterInnen der MA2, sowie auch von für Neueinstellungen zuständigen MitarbeiterInnen der MA11, dass sie durch die Besoldungsreform in den nächsten Jahren mit einem deutlich höheren Gehalt rechnen dürfen.
Im Sommer 2017 entdeckten SozialarbeiterInnen jedoch zufällig im Internet die Information, dass die sogenannte Optierungsmöglichkeit, das heißt der Übertritt bestehender MitarbeiterInnen in das neue Gehaltssystem, gestrichen wurde.
Daraufhin wurde der Vorsitzende der zuständigen Personalvertretungseinheit um Auskunft gebeten und ihm die Sorge hinsichtlich der Gefährdungsmeldung verdeutlicht. Dies erwies sich als wenig hilfreich, da der betroffene Vorsitzende zu diesem Zeitpunkt selbst über keinerlei Informationen dazu verfügte (Informationen waren jedoch bereits im Internet verfügbar) und von einer viel geringeren Anzahl an Betroffenen ausging.
Weiters ergingen Mails an diverse Gewerkschaftsmitglieder der höheren Ebenen der Hauptgruppe 1, sowie auch an Gewerkschaftsvorsitzenden Christian Meidlinger. Die Rückmeldungen zeigten sich jedoch ebenfalls wenig hilfreich, da in den vorgefertigt wirkenden Antworten vor allem auf andere Erfolge der Gewerkschaft verwiesen wurde, wie zum Beispiel, dass neu eintretende MitarbeiterInnen im neuen Besoldungssystem nun viel besser eingestuft werden. Überraschend wirkte der Vermerk, die Gewerkschaft werde die MitarbeiterInnen weiterhin (!) informieren.

Schließlich wurde ein Brief als Ausdruck großer Sorge über den Fall der Optierungsmöglichkeit, unterschrieben von MitarbeiterInnen diverser Regionalstellen bzw. Dienststellen, an den Abteilungsleiter und den zuständigen Stadtrat verfasst und inklusive Unterschriftenlisten an den Stadtrat überreicht.
Auf einer Eröffnungsveranstaltung trugen MitarbeiterInnen T-Shirts mit Aufschriften, die über Probleme einer ungleichen Bezahlung für gleiche Arbeit hinweisen sollten. Der folgende Aufruhr innerhalb der Abteilung sorgte nicht etwa dafür, dass sich zuständige Personen erneut mit dem Thema Optierungsmöglichkeit auseinandersetzen, sondern dass Gerüchte über dienstrechtliche Konsequenzen für die T-Shirt tragenden SozialarbeiterInnen auftauchten.
Am 25.10.2017 fand schließlich eine Dienststellenversammlung statt, in der das Thema Optierung aufgegriffen wurde und etliche Anträge dazu gestellt wurden.

Hat sich etwas geändert? Nein.

Seitdem ist über ein Jahr vergangen, mittlerweile handelt es sich bei den Sorgen um Tatsachen: Neue SozialarbeiterInnen verdienen im ersten Jahr (Einschulung) mehr als SozialarbeiterInnen, die bereits seit einigen Jahren in der MA11 arbeiten. Nach dem Einschulungsjahr wird dieser Unterschied noch drastischer, dann machen SozialarbeiterInnen im neuen Besoldungssystem einen Gehaltssprung und verdienen mehr als erfahrene KollegInnen, ja teilweise mehr als ihre Vorgesetzten, wie der Vergleich in Tabelle 1 zeigt.

Tabelle 1

Demnach werden diese beiden KollegInnen (gleiches Aufgabengebiet!) erst ca. 2029 mit einer ungefähr gleichen Entlohnung rechnen können.

Unfair!

Das ist gegenüber den SozialarbeiterInnen im alten Gehaltsschema, die derzeit einen großen Teil der Arbeit übernehmen (sind bereits eingeschult, helfen bei der Einschulung mit, müssen alle Anwesenheitsdienste übernehmen, in der Einschulung ist dies noch eingeschränkt) im höchsten Maße abwertend und unfair!

Die weitere Bearbeitung dieser Thematik erscheint dringend notwendig, da bisher keinerlei Veränderung erzielt werden konnte. Die Zuschaltung einer parteiunabhängigen Vertretung (Konsequente Interessenvertretung – KIV) erscheint unerlässlich!

Grafik: rawpixel.com/ freepik

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