Was haben Uruguay, die Mongolei, Honduras, Costa Rica, Albanien, Mosambik, Moldawien, Bulgarien, Burundi, Kasachstan, Bangladesch und insgesamt 56 Länder weltweit gemeinsam?

Sie sind Österreich bei der Gleichstellung von Frauen voraus.

Ja, du hast richtig gelesen. Der Gender Gap in Bangladesch ist kleiner als der Gender Gap in Österreich. Grundlage für die alljährliche Berechnung des Gender Gaps, also der Ungleichheit zwischen Frau und Mann, durch das Weltwirtschaftsforum sind Punkte wie Teilnahme am Arbeitsleben und wirtschaftliche Chancen, Bildung, Gesundheit, Lebenserwartung und politische Macht.

Österreich rangiert bei den westeuropäischen Ländern auf Platz 15 von 20, weltweit liegen wir nur auf Platz 57. Im Jahr 2017 ist er bei uns sogar wieder größer geworden, basierend auf dem Einkommensunterschied, dem Frauenanteil in Fach- und technischen Berufen, und dem Anteil an weiblichen Ministerinnen.

Es gibt einen klare, wertebasierte Argumentation für die Gleichstellung der Geschlechter, meint das Weltwirtschaftsforum im Gender-Gap Report: Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus und verdienen den gleichen Zugang zu Gesundheit, Bildung, Teilnahme an der Wirtschaft, den gleichen Lohn und die gleiche politische Entscheidungsgewalt wie Männer. Es ist aber wichtig, anzumerken, dass die Gleichstellung der Geschlechter auch grundlegend darüber entscheidet, ob und wie Volkswirtschaften und Gesellschaften gedeihen. Die Sicherstellung der gesunden Entwicklung und des angemessenen Einsatzes der Hälfte des insgesamt vorhandenen Talentes auf unserer Welt hat weitreichende Auswirkungen auf das Wachstum, die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftssicherheit von Volkswirtschaften und Branchen weltweit.

Zahlreiche empirische Studien und Modelle weisen darauf hin, dass eine verbesserte Gleichstellung zwischen Mann und Frau, je nach momentaner Lage in den unterschiedlichen Ländern, zu signifikantem wirtschaftlichem Gewinn führen würde. Für Deutschland, das bei der Gleichberechtigung weltweit auf Platz 12, in Westeuropa auf Platz 7 liegt, geht das Weltwirtschaftsforum von einem möglichen Wachstum von 251 Milliarden Euro des BIPs aus, bei Frankreich (Platz 11 weltweit, Platz 6 in Westeuropa) von 259 Milliarden Euro. (vgl. The Global Gender Gap Report 2017, Seite 26-27).

Unsere Regierung, die in ihren Parteiprogrammen klar für die Wirtschaft arbeitet, sollte sich also für ihre Frauenpolitik in doppelter Hinsicht schämen.

Im Detail zum Nachlesen: https://www.weforum.org/reports/the-global-gender-gap-report-2017

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