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Die Besold­ungs­reform geistert jetzt schon ein paar Jahre herum, ohne dass dieser Geist wirklich zu benennen oder zu fassen wäre.

Alles soll besser werden, höhere Einstiegsgehälter, eine ­flachere Gehaltskurve und die Dienstgeberin wird sich auch etwas ersparen. Toll! Wir alle warten ja schon darauf, dass alles besser wird, aber es wird zu beobachten sein, ob die „Altgedienten“ die Möglichkeit zum Wechsel in das neue System ergreifen werden… müssten sie ja, wenn alles besser ist?

Stutzig machen uns

nur die Beschreibungen des Besoldungssystems aus Bundesländern, aus denen relativ klar hervorgeht, dass die Einsparmöglichkeiten für die Dienstgeber hauptsächlich durch „Optimierung der Personalressourcen“ zu erzielen sein wird.

Na, dafür hätten wir kein neues Besoldungssystem gebraucht: Diese ­Situation der Optimierung von Personalressourcen kennen wir schon, etwa durch langes Nicht-Nachbesetzen von Dienstposten. Vielleicht sollte mensch einmal erheben, wie viele Dienstposten in der Stadt Wien nicht besetzt oder nicht nachbesetzt sind.

Beträchtliche Unterschiede

Neben der Hoffnung auf das Wunderkind Besoldungsreform wird der Nebengebührenkatalog durch die Dienstgeberin nach wie vor verändert und es werden Funktionszulagen geschaffen, die auf einem dreistufigen Leistungssystem aufbauen. Je nachdem, ob eine ­ausgezeichnete, sehr gute oder eine Normbeurteilung vorliegt, gibt es unterschiedlich Geld für die Funktion – und diese Unterschiede sind beträchtlich.

Die Leistungsbeurteilung verläuft nach dem alten System: Vorgesetzte erstellen die Beurteilung; eine inhaltliche Einspruchsmöglichkeit (Berufung) existiert nicht. Für ein modernes Besoldungssystem sollte aber eine objektive Möglichkeit zur Beurteilung der Leistung geschaffen werden und nicht die Abhängigkeit von subjektiven Werturteilen der Vorgesetzten beibehalten werden.

Geheim

Seitens der Mehrheitsfraktion wird beträchtliche Hoffnung in das Konstrukt Besoldungsreform gelegt. Eigenartigerweise bleiben die konkreten Informationen darüber spärlichst. Wir wissen nicht, wer da genau mit wem verhandelt, wer was erhebt, durchleuchtet, bewertet.

Offensichtlich wird die ganze Reform zwischen der Mehrheitsfraktion und der Dienstgeberin ausverhandelt und irgendwann (auch dieser Zeitpunkt variiert ständig) präsentiert und eingeführt.

Gewerkschaft und Personalvertretung sollten eigentlich umfassend informieren und nicht im Geheimen verhandeln. Da gibt es ja noch mehr Information im Intranet der Stadt Wien.

„Arbeiten für Wien – FAIR bezahlt“ wird da das Reformvorhaben benannt. Na bitte, dann ist ja alles in Ordnung.

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